Radhaus - Archiv: Radhausgeschichte 2
Wie alles weiterging: Ende offen
Ende 1999: Ein
Angebot der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft brachte den Umzug ins Rollen. Der 10
Jahresvertrag im Rosengarten lief aus und mittlerweile hatte sich ein neuer Mitbewerber
direkt vor unsere Nase gesetzt. Ein Laden in der schönsten Fussgängerzone von Naumburg,
der Herrenstrasse - da konnte man nicht nein sagen.
Und so begrüsste das Radhaus pünktlich zum 9. Geburtstag seine
Kunden mit einem Open-Air Konzert der Lokalmatadoren "Vanille & The Woodpeckers". Nicht
genug damit, Fahrräder zu verkaufen, zu vermieten und zu reparieren, nahmen wir einen
weiteren Trendsetter ins Programm: Handies. Der Boom rollte, aber in Naumburg wurden mehr
Kartenhandies gekauft denn langfristige Verträge abgeschlossen. Ein Jahr waren wir e-plus
Vertragspartner. Viel Aufwand - wenig Gewinn. Daraus habe ich eine Lehre gezogen, nie mehr
auf einen Boom aufzuspringen. Es ist wie beim Pilotenspiel, nur wer am Anfang der Kette
ist, gewinnt.
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Aber
dafür liessen wir einen anderen Modetrend aus. Sie erinnern sich an diese kleinen
chromblitzenden Roller? Die hatten einen Wertverfall, dagegen ist eine T-Com Aktie ...
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Das
Radhaus stand im Folgenden weniger für Kultur, obwohl Ausnahmen gab es immer wie das
legendäre Konzert mit der Erfurter Kombo Acoustica im Rahmen des Naumburger "City Life".
Da sassen 5 Musiker in Rennradkleidung im Schaufenster des leergeräumten Radladens und
200 Leute tanzten zu "wir wollen, wir wollen rodeln gehen".
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Ralph
Steinmeyer verlagerte in den Jahren 2001 bis 2002 seine Aufgaben in der Erstellung und
Pflege einer Website für Biker`s Best, einem Zusammenschluss von zeitweise 200
Fahrradläden. Im Januar 2002 wurde sein Sohn Julius geboren und nun stand er mit Baby
vorm Bauch (im Tragetuch) im Fahrradgeschäft. Zwei Erziehungsjahre bedeuteten auch eine
Person mehr im Showroom und Matthias Spatz war für die Kunden bis Anfang 2005 "das
Gesicht" des Radhauses. Schade, dass er nicht mehr dabei ist.
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Für
kleine Jungen nicht verwunderlich, entdeckte Julius mit zwei Jahren seine Liebe zur
Eisenbahn und Papa musste oft mit Sohnemann zum Bahnhof Züge gucken. Dabei fand sich ein
leerstehendes Ladenlokal im neuen Einkaufszentrum direkt dem Bahnhof und Hotel Kaiserhof
gegenüber gelegen.
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Schon
mehrmals waren Horden von Architekten durch das Innenstadtgeschäft gezogen und das Gerücht,
das Haus würde verkauft, war mittlerweile durch die Anzeigen im Fenster Gewissheit
geworden. Es stellte sich heraus, dass die Bedingungen am Bahnhof viel besser waren und
da sich die Vermieter in der Innenstadt weigerten, einen langfristigen Vertrag zu
schreiben, war der Entschluss schnell gemacht. Dass das Haus in der Herrenstrasse nun
nach zwei Jahren immer noch nicht verkauft ist, steht auf einem anderen Blatt und hat den
Vermieter 25.000.- EUR Mietausfall gekostet - das ist nunmal freie Marktwirtschaft.
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Zurückblickend
kann man für diese Entscheidungshilfe aber dankbar sein. Die Trennung von modernem Laden
und Werkstatt mit Gebrauchträdern sowie Parkplätze in ausreichender Zahl direkt vor der
Tür ist ein Gewinn. Keine nassen Wände und schwer heizbare Räume im Winter mehr - wie oft
bin ich dafür dankbar.
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Und wie geht
die Geschichte weiter? Nun ganz kontinuierlich und weiterhin mit viel Elan. Und natürlich
mit Ihnen allen zusammen.
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