
Naumburg/RS. "Süßes oder Saures!" Matthias Keilholz von der burgenlandrad.de verteilt
Süßes als Ansporn an der steilsten Stelle oberhalb der Weinberge. Wenige
hundert Meter weiter, kurz vor Großwilsdorf wartet der gelbe
Pannendienst-Volvo des Radhauses mit kühlen Getränken. Die ersten 130
Höhenmeter kurz nach Start der ersten Leserreise in diesem Jahr hatten es in
sich. Das es eine anspruchsvollere Radtour mit vielen Berganstiegen geben
würde, war im Vorfeld bekannt. Und doch waren alle zahlreich vertreten mit
High-Tech Rädern genau so wie auch mit alten Dreigang Tourenrädern. 58
Personen inklusive vier Begleitpersonen sind seit der ersten Zeitreise vor
knapp zwei Jahren der bisherige Teilnehmerrekord.
Und hatten die Organisatoren im Vorfeld vermutet, dass sich das Fahrerlager
weit auseinander ziehen würde, so blieb die Gruppe doch dicht beisammen. Und
wo man Tränen der Verzweiflung erwarten konnte, sah man fröhlich gelöste,
wenn auch rote Gesichter. Wunderschöne naturnahe Passagen an Hügelketten
bestimmten die Route und nach jedem anstrengenden Aufstieg wartete auch
schon wieder eine Rast mit kleinen Überraschungen. In den Toten Tälern gab
es eine Wanderung an Orchideen entlang in mehreren Kleingruppen, oberhalb
von Größnitz eine Fotosession in der alten Ruine des Vorwerks Toppendorf und
gegen Mittag ein reichhaltiges Mittagessen in der Gaststätte "Zur Windmühle" in Dietrichsroda.
Ein kultureller Höhepunkt am Nachmittag war der Zwischenstopp in Burgheßler
am Gotischen Haus. Wurden vor Jahren dort noch von Peter Fiedler
Bildhauersymposien veranstaltet, so finden dort heutzutage Konzerte und
Workshops für mittelalterliche Musik statt. Nancy Thym und Thilo Viehrig
bieten in dem vor 500 Jahren gebauten und in seinem ursprünglichen Zustand
in Deutschland einzigartigen Gebäude ein hochkarätiges Programm mit
Künstlern aus aller Welt an.
Am Vortage aus England zurückgekehrt, ließ es sich Thilo Vierig nicht
nehmen, die fast 60 Personen große Radlergruppe zu begrüßen. Stilecht fuhr
er mit einem 57er Morris Minor (dem englischen Trabbi) vor und eilte mit
einer Fiedel und wehenden Haaren vorweg ins Gebäude. Überrascht zeigte er
sich über die Größe der Gruppe, die den kleinen Vorführungssaal in der
ersten Etage des Gotischen Hauses bis auf den letzten Platz füllte. Er
stellte einige alte Instrumente vor und spielte auch kurze Stücke auf Ihnen.
"Musik hat immer etwas mit Ein- und Ausatmen zu tun", war ein Kernsatz
seines kleinen Vortrages und dieser Satz passte treffend zu den vergangenen
Stunden und den Höhen und Tiefen der "Zeitreisenden". Eine Stunde und wieder
ein steiler Anstieg zwischen Pommnitz und Fränkenau später, empfing
Saxofonist Jürgen Perl die Gruppe mit moderneren Melodien. Mit einem
wunderschönen Blick auf Naumburg und so mancher Erleichterung ging es dann
bergab zum Weinhaus Hey, wo in heiterer Runde auf die gelungene erste
Zeitreise in diesem Jahr angestoßen wurde.
Die 2. Zeitreise am 1. Juni wird es hingegen ein weniger abwechslungsreiches
Höhenprofil geben und wohl meist bergab gefahren werden. Von Sternhaus,
oberhalb von Mägdesprung im Harz geht es über 40 Kmn nach Quedlinburg. Diese
Zeitreise ist mit 54 Plätzen ausgebucht. Die Rückkehr wird erst in den
Abendstunden sein, da sich in Quedlinburg an die Radtour eine Stadtführung
anschließen wird.
Am 6. Juli geht es mit dem Bus nach Steinbach bei Bad Bibra. Von dort geht
es durch lauschige Wälder, an Bächen und Mühlen entlang nach Steinburg und
Rastenberg. Ziel ist Buttstäft mit seinem seltenen Campus-Friedhof, der
einzigartig nördlich der Alpen ist. Diese Tour kostet pro Person 25.- EUR
alle Transfers, Eintritte und Mittagessen eingeschlossen und es sind noch 14
Plätze frei. Vom 18. - 20. Juli gibt es eine Sonderfahrt ins Ruhrgebiet mit
drei Radtouren uznd zwei Übernachtungen. Für diese Tour sind noch wenige
Plätze frei.
Wir danken dem Sponsor der Zeitreisen, der Sparkasse im Burgenlandkreis,
wie auch den Partnern dieser Zeitreise, der PVG, der Gaststätte "Zur
Windmühle" (Dietrichsroda), www.gotisches-haus.com, Weinhaus Hey (Weinberge)
und Jürgen Perl (JaRoNa), die dieser Radtour die Würze gaben.